Wirtschaftsraum Süd braucht zeitgemäße Infrastruktur! Nord-Süd-Verbindung B317/S37

Nicht nur auf der Schiene, auch auf der Straße hat der „starke Süden“ Aufholbedarf: das gilt auch für die Nord-Süd-Verbindung B317/S37 vom Murtal nach Mittelkärnten.

In der seit 15 Jahren schwelenden, nunmehr durch Baustopps verschärften Debatte um den weiteren Ausbau der B317 meldet sich nun auch der Kärntner Nationalratsabgeordnete Peter Weidinger zu Wort. „Wir können nicht einerseits den neuen Wirtschaftsraum Süd propagieren und andererseits wichtige Infrastrukturprojekte stoppen, die für die kraftschlüssige Integration der Teilregionen von entscheidender Bedeutung sind. Da geht es nicht um fehlendes Umweltbewusstsein, sondern um Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft“, erklärte Weidinger heute in einer Aussendung.

Der Kärntner Abgeordnete zum Nationalrat bezieht sich damit auf ein Pressegespräch des Kärntner Landesstraßenbaureferenten Martin Gruber, der am Freitag ein für Ministerin Gewessler „niederschmetterndes“ Rechtsgutachten vorgelegt hat, in dem rechtswidrige Handlungen und weiträumigen Kompetenzüberschreitungen durch das Verkehrsministerium festgestellt werden.

Ich habe volles Verständnis für eine kritische Betrachtung von Straßenbauvorhaben aus der Perspektive des Klima-, Umwelt- und Artenschutzes: „Aber es muss gleichermaßen auch eine Berücksichtigung des Standort- und Arbeitsplatzschutzes geben: Der Wirtschaftsraum SÜD, der durch das Jahrhundertprojekt Koralmtunnel in den nächsten Jahrzehnten aus der Steiermark und Kärnten entstehen wird, braucht auch hochrangige Straßenverbindungen von Norden nach Süden.“

Es sei höchst überfällig, analog zu den starken Bundesländern im Norden Österreichs auch den neuen Wirtschaftsraum von Villach bis Graz zu entwickeln. Keinen Grund sieht Weidinger aber dafür, dabei die Synergien zwischen der wirtschaftlich starken steirischen Region Mur-/Mürztal sowie Mittelkärnten mit Flaggschiffen wie Flex, Treibacher, Fundermax, Greenonetec oder Tilly – um nur einige zu nennen – zu vernachlässigen. Weidinger: „Ein solcher regionaler Wirtschaftskorridor kann nicht durch die Engstelle Hammerlklamm bei Neumarkt führen, die im vergangenen Oktober wochenlang gesperrt werden musste und wo schon viele Unfälle passiert sind. Das ist für einen Wirtschaftsstandort, der sich ernst nimmt, völlig unangemessen.“ Weidinger appellierte an das Infrastrukturministerium, den Stopp für den Lückenschluss zwischen S36 und S37 nochmals zu überdenken.