Vom Reden ins Tun kommen

Nach dem Reden gehört umgesetzt

Reden

Klaus Lindinger

Die Kunden wollen sie und die Bauern brauchen sie: die verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Fleisch, Milch und Eiern in verarbeiteten Lebensmitteln. Im Regierungsübereinkommen von ÖVP und Grünen wurde deren Einführung daher auch dezidiert festgeschrieben. Diskutiert wird über das Thema schon seit Jahren. Für uns Bäuerinnen und Bauern war immer klar: Transparenz ist notwendig, damit die Menschen bewusst zu unseren heimischen Produkten greifen können. Zudem wollen viele über die Herkunft einfach Bescheid wissen. Unterschiedlichste Interessen und EU-Vorgaben haben eine Umsetzung jedoch immer wieder verzögert. Nun, kurz vorm Ziel, wird wieder taktiert und gepokert. Vom Gesundheitsministerium wurde dem Nationalrat seit längerem eine Regierungsvorlage versprochen.

Ein erster Entwurf ging für uns zu wenig weit. Der jüngste Vorschlag pokert dafür mit überzogenen Forderungen, die weit über den in der Regierung vorab vereinbarten Maßnahmen liegen. Hier stellt sich nun für mich die Frage, ob es bei all dem Taktieren zur verpflichtenden Herkunftskennzeichnung wirklich noch um gesunde Ernährung, heimische Qualität, umweltschonende Produktion und Tierwohl geht. Wir Bauern brauchen eine Umsetzung und kein politisches Taktieren!

Denn das offensichtliche Pokern wird nicht nur am Rücken der Bäuerinnen und Bauern, sondern vor allem auch ohne Rücksicht auf die Wünsche der Konsumenten gemacht. Daher meine Bitte: Kommen wir endlich vom Reden ins Tun! Wir brauchen endlich die versprochene Transparenz über die Herkunft des Essens am heimischen Teller. Setzen wir diese um: also bitte handeln und weniger taktieren!