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Abgeordneter zum Nationalrat

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Vermehrtes Aufkommen von Wolfsrudeln ernst nehmen

13. Februar 2019

ÖVP machte „Wolfsproblematik“ zum Hearing-Thema im Petitionsausschuss

„Aus Mangeln an natürlichen Feinden und aufgrund des hohen Schutzstatus werden vermehrt auftretende Wolfsrudeln auch bei uns zum Problem“, begründet ÖVP-Petitions-sprecher Abg.z.NR Manfred Hofinger, warum die Volkspartei die Petitionen von NR Martina Diesner-Wais, NR Hermann Gahr und NR Franz Eßl zum Hauptthema des heutigen Hearings im Parlament gemacht hat. Mit dem Leiter des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft Prof. Dr. Klaus Hackländer wurde bewusst ein unabhängiger Experte in den Petitionsaus-schuss geladen.

„Uns geht es darum, in aller Sachlichkeit das Thema zu diskutieren und Lösungen sowohl für die Weidewirtschaft, aber vor allem auch für die verunsicherte Bevölkerung zu suchen. Denn wie bekannt, dringen Wölfe bereits vermehrt auch in urbane Gebiete ein“, so Hofinger. Nach der umfassenden Diskussion im Ausschuss werden diese drei Petitionen nun zur Weiterbehandlung dem Landwirtschaftsausschuss zugewiesen.

Hackländer: Weidewirtschaft und Wolf inkompatibel

Mit einer Wachstumsrate von jährlich 40 Prozent in den letzten Jahren stellt die steigende Wolfspopulation auch in Österreich eine große Herausforderung dar. Derzeit geht man von 20 bis 25 Wölfen in Österreich aus. In 15 Jahren sei eine ökonomische Tragfähigkeit von bis zu 500 Tieren möglich. „Österreich ist zudem reich an Nahrung“, verweist Prof. Hackländer in seinem Statement im Petitionsausschuss auf die hohe Anzahl an Nutztieren, aber auch Rotwild in unserem Land. Herdenschutz sei möglich, aber würde Nutztierrisse nicht zu 100 Prozent verhindern. „Weidewirtschaft in der jetzigen Form und Wolf sind auch wissenschaftlich gesehen inkompatibel“ setzt Hackländer daher auf die Einführung einer wildökologischen Raumplanung in Österreich. Diese würde eine Ausweisung von wolfsfreien Zonen und eine konfliktarme Koexistenz zwischen Mensch und Wolf ermöglichen. „Hier könnte das Österreich-Zentrum einen wertvollen Beitrag leisten.

Eßl: Es geht um den Erhalt der traditionellen Berglandwirtschaft!

Jährlich werden über 100.000 Rinder, 35.000 Schafe und Ziegen sowie 5.000 Pferde und sonstige Nutztiere auf Salzburgs Weiden gehalten. „Mit der Ausbreitung der Wölfe ist die traditionelle Bergland- und Weidewirtschaft insbesondere die Almwirtschaft in Salzburg in Gefahr, zumal ein flächendeckender Schutz vor Wölfen aufgrund der geographischen und topographischen Gegebenheiten wirtschaftlich nicht möglich ist“, fordert Nationalrat Franz Eßl in seiner gemeinsam mit dem Landesverband für Schafe und Ziegen und dem Rinderzuchtverband Salzburg eingebrachten Petition eine Abänderung der FFH-Richtlinie. „Ein Ende der Weidewirtschaft hat auch grundlegende Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion aber auch auf unsere Kulturlandschaft und den Tourismus“, gibt Eßl zu bedenken. Europaweit sei der Erhaltungszustand des Wolfes durchaus gegeben, sodass wolfsfreie Zonen im alpinen Raum durchaus gerechtfertigt sind.

Fotohinweis: privat

Rückfragehinweis:
Martina Kern
01/40110/4679
Martina.Kern@parlament.gv.at

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