USA stärkt Dominanz am EU-Markt für Import-Rindfleisch

5. Dezember 2019

Das Europäische Parlament bestätigte ein Freihandelsabkommen mit den USA. Dadurch dürfen nun jährlich fix 35.000 Tonnen nordamerikanisches Rindflisch importiert werden. Keine Verschlechterung des Ist-Zustandes sieht Bauernbunddirektor BR Dr. PEter Raggl darin.

 

Prinzipiell halte ich den Import von Rindfleisch aus den USA für eine Verschwendung von Ressourcen", so Bauernbunddirektor Dr. Peter Raggl. Nicht nur die langen Transportwege und die damit einhergehende Belastung für die Umwelt müsse man dabei beachten, auch der österreichische Selbstversorungsgrad bei Rindfleisch von 141 Prozent stelle die Sinnhaftigkeit der Globalisierung am heimischen Fleischmarkt infrage. „Dadurch werden die einheimischen Familienbetriebe unnötig unter Druck gesetzt", kritisiert Raggl.

Herkunft verändert sich, Menge bleibt diesselbe
„Nichtsdestotrotz verändert das Freihandelsabkommen zwischen USA und EU, das den Import von 35.000 Tonnen Rindfleisch vorsieht, nichts am bisherigen Zustand. Insgesamt werden jährlich 45.000 Tonnen ausländisches Rindfleisch nach Europa importiert. Knapp 78 Prozent davon stammen nun aus den USA – 35.000 Tonnen Rindfleisch also, die zuvor beispielsweise auch aus Uruguay oder Australien kamen", erklärt Bauernbunddirektor Raggl. „Es findet also eine Umverteilung der Herkunftsländer statt, keine Quotenerhöhung des importierten Fleischs."

Klare Kennzeichnung der Herkunft notwendig
Damit billig produziertes amerikanisches Fleisch den Lebensmittelmarkt nicht erobert, ist es wichtig, dass sich die heimischen Bauern mit ihren hochwertigen Produkten stark profilieren. „Der Unterschied liegt nicht nur im preislichen Bereich – qualitativ kann das importierte Rindfleisch mit heimischer Ware nicht mithalten", bestärkt Peter Raggl die regionalen Bauern. Zwar werde die importierte Massenware oft zu Spottpreisen verscherbelt, jedoch sehe der immer aufgeklärtere Konsument dahinter auch den hohen Preis, den er an anderer Stelle dafür zahlt – beispielsweise beim Klimaschutz.
Um den mit ausländischer Ware zunehmend eintretenden Etikettenschwindel vorzubeugen, fordert Raggl die verpflichtende Herkunftskennzeichnung für alle Lebensmittel. „Nur so kann der Konsument eine bewusste Entscheidung treffen, welche Art der Landwirtschaft er unterstützen möchte. Gerade in verarbeitete Produkte schleichen sich oft ausländische Rohstoffe, die dann als Ware heimischen Niveaus vermarktet werden."