Unsere Bauern sorgen dafür, dass es den Tieren gut geht

BauernNachdem das Tierschutzvolksbegehren die nötigen Unterschriften erreicht hat, werden die Forderungen der Initiatoren auch im Parlament umfassend diskutiert werden.  „Wir nehmen das sehr ernst und mehrere Anliegen decken sich auch mit unseren“, verweist der ÖVP-Tierschutzsprecher und Salzburger Nationalrat Franz Eßl etwa auf die Ausweitung bei der Herkunftskennzeichnung. „Was aber klar ist, das Wohl der Tiere hat bei unseren Bäuerinnen und Bauern seit je her einen hohen Stellenwert. Wichtig ist auch, dass geforderte Maßnahmen praktikabel und umsetzbar sind “, so Eßl.

 

„Wir alle wollen, dass es den Tieren gut geht“, ist es Eßl wichtig zu betonen, dass wir in Österreich bei den Tierhalte- bzw. Transportbedingungen im Vergleich zu anderen Ländern sehr gut aufgestellt sind. Gerade in den vergangenen Jahren ist, was Novellierungen und Adaptierungen im Sinne einer tierwohlgerechten Haltung betrifft, viel geschehen. Eine Weichenstellung für die Zukunft hat Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger mit einem Anreizsystem im „Pakt für mehr Tierwohl“ erst kürzlich präsentiert. Für tierwohlgerechte Investitionen steht ein Fördervolumen von 120 Millionen Euro pro Jahr zu Verfügung.

 

Ein positives Beispiel für nachhaltiges Handeln im Sinne von Tierwohl und heimischer Wertschöpfung ist das Salzburger Kälberprojekt. Mit dem Ziel, den heimischen Absatz von „rosa Kalbfleisch“ anzukurbeln, wurde hier ein Vorzeigeprojekt auf Initiative des Präsidenten der Salzburger Landwirtschaftskammer Rupert Quehenberger mit tatkräftiger Unterstützung des Landes Salzburg mit Agrarlandesrat Sepp Schwaiger auf die Beine gestellt. „Dieses Projekt eröffnet die Möglichkeit, das Aufkommen von Kälbertransporten quer durch Europa deutlich zu verringern“, ist Eßl überzeugt.

 

Anreize statt Verbote

Was die Anliegen des Tierschutzvolksbegehrens betrifft, sind viele Forderungen bereits in Umsetzung bzw. auch im Regierungsprogramm festgeschrieben. „Für uns aber ist es entscheidend, dass Maßnahmen auch in der Praxis Sinn machen und die betriebliche Existenz nicht gefährden“, setzt Eßl auf Anreize, Bewusstseinsbildung sowie auf die Abgeltung von freiwilligen Mehrleistungen und nicht auf Verbote und überbordende Vorschriften. „Praxisferne Verbote und strenge Regelungen schaffen in vielen Fällen Tierleid durch die Hintertür – nämlich durch mehr Importe“, spricht sich Eßl dafür aus, „dass, wenn bei uns hohe Standards verlangt werden, diese dann auch bei Importen für Produkte, die bei uns auf den Markt kommen gelten sollten.“

 

„Diese Standards müssen die gesamte Palette der Wertschöpfungskette im Blick haben“, weist Eßl auf das Zusammenwirken von Erzeugung und Verarbeitung, Handel und Verbraucher in der Lebensmittelproduktion hin. „Denn es kann nicht sein, dass wir mit strengen und somit auch kostenintensiven Maßnahmen arbeiten, die Menschen aber dann importiertes und mitunter unter zweifelhaften Bedingungen produziertes Fleisch kaufen, nur weil es billiger ist“, setzt Eßl auf ein starkes Bündnis mit dem Handel und den Konsumenten.