Tirols Bauern-Bundesrat Raggl zeigt Einsatz in Wien

23. August 2018

Am 28. März 2018 wurde der Bauernbunddirektor Dr. Peter Raggl zum Bundesrat gewählt. Nun bekleidet er seit fünft Monaten das Amt des Bundesrates und zieht im Interview mit der Bauernzeitung Bilanz über seine Tätigkeit in der Hauptstadt Österreichs - stets im Einsatz für die Tiroler Bauern.

 

Welchen persönlichen Zugang haben Sie zur Position als Bundesrat?
Raggl: Insgesamt gibt es 61 Bundesräte, darunter fünf Tiroler. Es ist für mich eine große Ehre, das Land Tirol in Wien vertreten zu dürfen. Mit meinem Mandat als Bundesrat bin ich der einzige Bundesabgeordnete aus dem Bezirk Landeck und zugleich auch der einzige bäuerliche Abgeordnete für Bund und Land westlich von Schwaz. Aus diesem Grund möchte ich die Interessen des Bezirks, die bäuerlichen Interessen und die der ländlichen Regionen von Westtirol bis Innsbruck wahrnehmen und in Wien vertreten. Dadurch, dass man als Bundesrat Sitz und Stimme sowohl im Bundesrat in Wien als auch im Landtag in Innsbruck hat, stellt diese Funktion eine wichtige Schnittstelle zwischen Bund und Land dar.

Welche Stimmung herrscht in der Bundesregierung und im Bundesrat?
Raggl: Die Bundesregierung gibt ein hohes Tempo vor, es wurden bereits einige zentrale Wahlversprechen umgesetzt. Endlosstreitigkeiten wie in der Vorgängerregierung gibt es nicht, es herrscht ein echter Reformwille. Die Regierung arbeitet miteinander statt gegeneinander – diesen neuen Stil wollen die Menschen. Man ist hart und ehrlich in der Sache und respektvoll im Umgang miteinander. Insgesamt herrscht die Grundeinstellung: weniger Steuern, weniger Schulden, weniger Bürokratie und mehr für die Menschen. Beinahe jede Woche gibt es neue Initiativen und Beschlüsse. Ich durfte bereits bei wesentlichen Entscheidungen mitdiskutieren und abstimmen.

Können Sie uns Beispiele nennen?
Raggl: Ein Beispiel ist der „Familienbonus Plus", der in Tirol knapp 200.000 Kinder betrifft und die größte Entlastung von Familien in der Zweiten Republik darstellt. Oder auch die Initiative „Beraten statt Strafen", die gegen überbordende Bürokratie vorgeht. Davon profitieren vor allem Direktvermarkter, denn zuvor wurden diese schon wegen kleinerer Übertretungen wie der falschen Schriftgröße oder der falschen Formulierung auf den Etiketten ihrer Produkte mit teilweise hohen Geldstrafen belegt. Weitere Beispiele sind die Arbeitszeitflexibilisierung, die Reform der Sozialversicherungen, die Festlegung einer Klima- und Energiestrategie bis 2030 und vieles mehr.

Wie lässt sich das Amt des Bauernbunddirketors mit der Tätigkeit als Bundesrat vereinbaren?
Raggl: Im Bauernbund in Innsbruck darf ich mit einem sehr guten, erfahrenen Team arbeiten. Mit meiner Tätigkeit in Wien sollen die Interessen der Tiroler Bäuerinnen und Bauern auch auf Bundesebene möglichst gut vertreten werden.