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Kurzreportage zum UNO-Gedenktag gegen religiös motivierte Gewalt

30. August 2019

22. August – 16 Kirchen und Religionsgemeinschaften setzen Zeichen anlässlich des ersten UNO-Gedenktags für Opfer religiös motivierter Gewalt

Link zur Kurzreportage: https://www.youtube.com/watch?v=Xh6lw3Bjk5A

Wien, Seestadt Aspern – Der kürzlich von den Vereinten Nationen eingeführte Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung (A/RES/73/296) wird am 22. August 2019 erstmals begangen. Zu diesem Anlass trafen am Vorabend des Gedenktages Vertreter aus 16 Kirchen und Religions- und Glaubensgemeinschaften am Gelände des Campus der Religionen in der Seestadt Aspern in Wien zusammen.

Initiiert wurde dieses Treffen von der Nationalratsabgeordneten Dr. Gudrun Kugler, die stellvertretende Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Menschenrechte, die dazu in Zusammenarbeit und mit Unterstützung von Jan Figel, EU-Sonderbeauftragter für Religionsfreiheit, und Prof. Ingeborg Gabriel, Sonderbeauftragte der OSZE im Kampf gegen Rassismus, Xenophobie und Diskriminierung, eingeladen hatte.

Kugler begrüßt die Entscheidung der UN Generalversammlung zum neuen Gedenktag. „Der Gedenktag ist ein Meilenstein für Religionsfreiheit in der ganzen Welt“, so Kugler. Er sei keineswegs nur symbolisch zu verstehen, sondern enthielt „einen klaren Auftrag an die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, religiös motivierte Gewalt zu beseitigen. Dazu wollen wir auch in Österreich beitragen.“ Kugler hatte sich in der vergangenen Legislaturperiode mehrfach für die Rechte religiöser Minderheiten eingesetzt, unter anderem durch einen Entschließungsantrag, in dem die Bundesregierung aufgefordert wurde, sich international gegen die Verfolgung religiöser Minderheiten – insbesondere christlicher Minderheiten – einzusetzen. Kugler betont, dass die Gewalt gegen Gläubige praktisch aller Glaubensrichtungen dramatisch gestiegen sei, wobei Christen weltweit am stärksten verfolgt werden.

Bei der Zusammenkunft fanden die Teilnehmer versöhnliche Worte.

„Immer wieder wird versucht unter uns rassistische Theorien und Ideologien wiederzubeleben und durchsetzen zu wollen. Glaubensunterschiede werden für gegenseitige Feindeligkeiten und Anschudigungen genutzt. Die Vergangenheit können wir nicht ändern, aber wir können aus ihr lernen“, so Adis Candic, der Vizepräsident der IGGÖ (Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich) in seiner Ansprache.

Weihbischof Franz Scharl betonte in seiner Rede die Dringlichkeit des Anliegens: „Frieden stiften: das ist eine Hausaufgabe für uns alle! (…) Wann werde ich anfangen? Morgen? Wann werden wir anfangen? Morgen? Und wo beginnen? Hier, heute und jetzt!“

EU-Sonderbeauftragter Figel hob in seiner Grußbotschaft die Bedeutung des Gedenkens hervor: „Unser bewusstes Gedenken, der Schutz von Opfern von Verfolgung und unsere Verantwortung im Einsatz für die Gerechtigkeit sind der Weg, um Grausamkeiten und das Leiden von unschuldigen Menschen zu verhindern.“

Die OSZE Sonderbeauftragte Prof. Gabriel unterstützt den Austausch mit folgenden Worten: „Nicht-Diskriminierung und Toleranz sind für eine multikulturelle und multireligiöse Gesellschaft zentral. Jedem Einzelnen kommt hier eine besondere Rolle zu. Er/sie kann viel bewirken. Die Begegnung mit einem liebenswürdigen Christen oder Sikh, einer hilfsbereiten Muslimin oder Jüdin, einem freundlichen Menschen welcher ethnischen Herkunft immer, kann ein Weltbild verändern.“

Inhalte des in der UNO Generalversammlung verabschiedeten Beschlusses zum 22. August

In der von der UNO Generalversammlung verabschiedeten Resolution zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung (A/RES/73/296) wird der 22. August als offizieller Gedenktag ausgerufen und die Mitgliedsstaaten dazu eingeladen, diesen Tag auf angemessene Weise zu begehen.

In dem Entschließungstext bringen die Mitgliedsstaaten ihre Besorgnis über die fortschreitende Intoleranz und Gewalt aufgrund von Religion oder Weltanschauung, besonders gegen Mitglieder religiöser Minderheiten zum Ausdruck. Die Zahl und Intensität der Übergriffe, die häufig strafrechtlicher Natur sind, sei gestiegen und weise auch internationale Charakteristika auf.

Die Mitgliedsstaaten verurteilen alle Formen von Terrorismus sowie jegliche Gewalttaten gegen Individuen aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit.

Außerdem unterstreicht die Staatengemeinschaft darin die wichtige Rolle des Rechts auf Meinungs- sowie Informationsfreiheit für den Kampf gegen Intoleranz aufgrund religiöser Zugehörigkeit.

Auch die positive Rolle von offenem und respektvollem Dialog zwischen den Religionsgemeinschaften sowie jene von Zivilgesellschaft und Medien zur Förderung von Toleranz und Respekt wird hervorgehoben.

Die Staatengemeinschaft wird aufgerufen, Ihrer Verantwortung nachzukommen, die Menschenrechte, einschließlich der Rechte religiöser Minderheiten, ihren Glauben frei auszuüben, zu schützen und voranzutreiben.

Veranstaltungsort: Ein neuer Campus der Religionen in der Seestadt Aspern

Als Veranstaltungsort wurde jenes Gelände in der Seestadt Aspern ausgewählt, auf dem bis zum Jahr 2020 ein Campus der Religionen entstehen soll.

Diese interreligiöse Begegnungsstätte wird eine bedeutende Rolle für gelungenes Zusammenleben der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften einnehmen und steht somit für Frieden und Verständigung. Ihr Hauptanliegen ist die Sicherstellung der freien Religionsausübung. Mit diesem Pionierprojekt für das interreligiöse Zusammenleben nimmt Wien eine Vorreiterrolle im Dialog der Religionen ein. Außerdem stellt das Projekt eine Aufwertung der Seestadt Aspern dar, die damit zu einem Zentrum für religiösen Dialog für Menschen aus ganz Wien werden soll.

Siehe auch: ORF Religion: https://religion.orf.at/stories/2990284/

 

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