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Abgeordneter zum Nationalrat

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Österreich ist Weltspitze bei der Armutsbekämpfung

Österreich ist Weltspitze bei der Armutsbekämpfung

24. April 2019

70 Prozent der österreichischen Haushalte erhalten mehr Transferzahlungen vom Staat, als sie an Einkommens-Abgaben leisten

Eine aktuelle Studie des Budgetdienstes im Auftrag des ÖVP-Parlamentsklubs beleuchtet die Umverteilungswirkung des österreichischen Steuer- und Transfersystems. Es zeigt sich, dass Österreich im internationalen Vergleich zu den Ländern mit der größten Umverteilung von Einkommen gehört. Der als gängiges Verteilungsmaß herangezogene „Gini-Koeffizient“ (ist immer zwischen 0 und 1, je geringer der Wert, desto gleicher ist die Einkommensverteilung) liegt in Österreich bei den Markteinkommen bei 0,50 und bei den verfügbaren Einkommen bei 0,28, was einer Reduktion um 43 % entspricht. Österreich liegt damit im internationalen Vergleich mit diesem Wert absolut in der Weltspitze. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Armutsquote, die dem Anteil jener Haushalte entspricht, deren Einkommen niedriger als 60 % des verfügbaren Haushaltsmedianeinkommens ist. Diese liegt in Österreich bei den Markteinkommen bei 36 % und bei den verfügbaren Einkommen bei 15 %, was einem Rückgang um 58 % entspricht. Auch dieser Wert ist in internationalen Vergleich absolute Weltspitze und ist sehr erfreulich, hat aber auch gewisse Nachteile: Er führt nämlich dazu, dass Einkommen vor allem im mittleren Bereich sehr stark nivelliert werden und deshalb wenig Leistungsanreize bietet. Diese Umverteilung ist für den sozialen Zusammenhalt richtig und wichtig, man muss aber auch diejenigen verstehen, die tagtäglich im Beruf und in der Familie zur Stelle sind und das Gefühl haben, dass sich Leistung nicht mehr lohnt.

Exkurs Familienbonus: Der Familienbonus Plus sorgt für ein zusätzliches Wirtschaftswachstum, ist ein Betrag zur Senkung der Armutsgefährdung, senkt die Abgabenquote Richtung 40%  und hat auch eine Umverteilungswirkung von den höheren zu den niedrigeren Einkommen, wie der Budgetdienst in seiner Kurzstudie beweist.

Ein paar interessante Details:

10% der Haushalte mit dem höchsten Einkommen leisten 45% des gesamten Lohn- und Einkommensteueraufkommens und 22% des gesamten Aufkommens an Sozialversicherungsbeiträgen.

Bei den 10% der Haushalte mit dem niedrigsten Einkommen stammen rund mehr als 60% der verfügbaren Einkommen aus Transferleistungen.

70% der Haushalte erhalten mehr Transferleistungen vom Staat, als Sie Einkommens-Abgaben leisten. d.h. nur jede dritte Haushalte ist Nettozahler.

Familienbonus erhöht die verfügbaren Haushaltseinkommen je nach Einkommensdezil zwischen 0,4% und 2,6% und bringt eine weitere Senkungen des Gini-Koeffizienten, der Familienbonus hat daher auch eine Umverteilungswirkung.

 

Andreas Hanger

Wien, am 24. April 2019

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