ÖVP-Abg. warnt vor Erhöhung der Standards ohne Praxisbezug aber mit Mehrkosten

Mehrkosten

„Wer höhere Standards in der Nutztierhaltung will, muss auch dafür sorgen, dass Mehrkosten für die Bäuerinnen und Bauern abgedeckt sind“, warnte heute, Donnerstag, der Obmann-Stellvertreter der Jungbauern Abg.z.NR Klaus Lindinger vor „unausgewogenen Forderungen“, die in erster Linie die Schweinebranche betreffen würden. In Österreich gelten bereits sehr hohe Hygiene- und Tierwohlstandards. „Die Landwirtschaft ist natürlich bereit den Konsumentenwünschen nach weiteren Adaptierungen zu entsprechen. Es ist jedoch sehr kurzsichtig, wenn aufgrund hoher Kosten und ohne Investitionssicherheit und Planbarkeit die Betriebe wirtschaftlich in den Ruin getrieben werden würden“, gibt Lindinger zu Bedenken.

 

Die Forderung nach „Mehr Tierwohl im Schweinestall“ klingt für den Abgeordneten nur dann plausibel, wenn auch die Rahmenbedingungen für die Umsetzung stimmen. „Dafür braucht es Übergangsfristen, konkrete finanzielle Förderzusagen und auch die Bereitschaft der Kunden, sich beim Preis den Produktionskosten und –bedingungen anzupassen“, so Lindinger.

 

In einem ersten Schritt hin zu mehr Tierwohl hat Bundesministerin Elisabeth Köstinger ein Paket vorgestellt, dass ab 2022 nur mehr beim Neubau von Ställen, deren Haltungsbedingungen über den gesetzlichen Standard hinausgehen, finanziell gefördert wird. „Das ist eine echte Weichenstellung hin zu modernen Haltungsbedingungen –  aber mit Hausverstand“, betont Lindinger.

 

BM Anschober soll liefern

Wenig Verständnis zeigt der ÖVP-Abgeordnete auch, was die schleppende Umsetzung bei der im Regierungsprogramm festgeschriebenen Herkunftskennzeichnung betrifft. „Auch hier geht es um konkrete Wünsche der Konsumentinnen und Konsumenten. Sie wollen wissen, welche Zutaten aus heimischer oder ausländischer Produktion sich in verarbeitenden Produkten und in der Gemeinschaftsverpflegung befinden. Für die Umsetzung ist Gesundheitsminister Anschober zuständig. Ich fordere ihn auf, dass er endlich liefert“, so Lindinger abschließend. (Link zum Artikel der Bauernzeitung)