Konsumenten wollen wissen, woher ihr Essen kommt

20. April 2018

GfK-Studie zeigt: der Wunsch nach Herkunftskennzeichnung und Transparenz liegt stark im Trend. BR Dr. Peter Raggl: „Wenn TirolerInnen zum heimischen Produkt greifen, dann wissen Sie, dass dabei Frische, Herkunft, Preis und Qualität passen. Diese Klarheit fordern immer mehr auch in der außer-Haus-Verpflegung.“

Eine kürzlich von der Landwirtschaftskammer Österreich veröffentlichte Studie des GfK-Meinungsforschungsinstitutes belegt schwarz auf weiß einen Trend, der auch in Tirol deutlich spürbar ist: Konsumentinnen und Konsumenten wollen wissen, woher ihr Essen kommt. Eine Umfrage mit 1000 Befragten verdeutlichte, dass 68% der Befragten unbedingt wissen wollen woher die Zutaten ihres Kantinenessens stammen. Vor allem Pensionisten (70%), Freiberufler (73%) und Beamte/Angestellte (72%) haben großes Interesse an Herkunftsinfos zu ihrem Essen. Jüngere Menschen hingegen setzen andere Prioritäten. Auch regional zeigen sich relativ große Unterschiede, schildert Paul Unterhuber vom GfK. Während in südlichen Bundesländern wie Kärnten oder Steiermark der Anteil bei ca. 79% liegt wollen vergleichsweise in Wien nur 60% wissen, woher ihr Essen kommt. Daraus schließt Unterhuber vom GfK: „Wer die bäuerlichen Hintergründe kennt, hat einen besseren Bezug dazu, woher das Essen kommt. Wobei festzustellen ist, dass in Österreich generell eine hohe Meinung von der Landwirtschaft besteht." Darüber hinaus zeigt die Studie laut Unterhuber, dass Menschen, die beim täglichen Einkauf im Lebensmitteleinzelhandel auf die Herkunft achten, dies auch beim außer-Haus-Konsum tun. Die „Transparenz auf dem Teller" nimmt dabei einen immer höheren Stellenwert ein.

„Wir haben in den vergangenen Jahren sehr intensiv an der Qualität unserer heimischen Produkte gearbeitet und sind mit hochwertigsten sicheren Lebensmitteln aus Tirol sicherlich an der Österreich- und EU-Spitze angelangt", so BR Dr. Peter Raggl in einer ersten Reaktion. „Die Tirolerinnen und Tiroler wurden in den vergangenen Jahren intensiv über Lebensmittel-, Tierschutz- und Produktionsstandards informiert und wollen diesen Mehrwert sprichwörtlich genießen", so Raggl, denn laut GfK-Studie sind 69% der Tirolerinnen und Tiroler sehr daran interessiert, woher ihr Essen kommt. Er lobt dabei die Arbeit der Agrarmarketing Tirol unter Obmann Josef Geisler und seinem Vorgänger Toni Steixner. „Hier wurde harte Pionier- und Überzeugungsarbeit geleistet, die sich jetzt für alle Beteiligten zu lohnen beginnt. Wir schaffen es durch intensive Information und Aufklärung über die Abläufe und Standards der heimischen Landwirtschaft die Wertschöpfung im Land zu halten", so Raggl. Im Bereich der Mensen, Großküchen und Kantinen ortet Raggl jedoch Luft nach oben: „Hier bin ich froh über den klaren Wunsch der Konsumenten. Viele sind allein aufgrund ihres Berufes dazu gezwungen, einen Großteil ihrer Mahlzeiten auswärts einzunehmen. Es liegt daher auf der Hand, dass es in Großküchen noch mehr Transparenz und Kennzeichnung brauchen wird", eine Entwicklung, die Raggl sehr begrüßt.

„Unsere Hausaufgabe sehe ich vor allem darin, weiterhin Bewusstsein für heimische Bauernfamilien und ihre Arbeitsabläufe zu betreiben. Die Studie zeigt nämlich eindeutig, dass in urbaneren Gebieten, wo kein Bezug zur Landwirtschaft besteht, auch der Wunsch nach Regionalität fehlt. Viele Menschen dort scheinen gar nicht zu verstehen, welch enorme Qualitätsunterschiede zwischen Massenware aus dem Ausland und hochwertigsten Erzeugnissen aus der kleinstrukturierten heimischen Berglandwirtschaft besteht."