Junge Hofübernehmer fordern Perspektiven

Für Junglandwirte und junge Hofübernehmer sind die aktuellen Verhandlungen über eine künftige Gemeinsame Agrarpolitik besonders entscheidend. „Denn sie sind es, die am intensivsten mit den neuen agrarpolitischen Rahmenbedingungen leben und arbeiten müssen“, begründet Klaus Lindinger, ÖVP-Nationalrat und Obmann-Stellvertreter der österreichischen Jungbauern sowie Junglandwirt in Fischlham die Forderungen der Jungbauern in einem neu erarbeiteten GAP-Positionspapier. Um diesen zeitnah in den Verhandlungen auf EU-Ebene Gehör zu verschaffen, hat Lindinger das Forderungspapier der Jungbauern kürzlich an Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, aber auch Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger und an die Europaabgeordnete Simone Schmiedtbauer übergeben. „Denn wir wollen, dass die österreichischen Jungbauern in Brüssel gehört werden.“

Mit dem Einkommen auch Auskommen

„Es ist wichtig, dass wir jetzt die Maßnahmen so gestalten, damit diese den jungen Bäuerinnen und Bauern Perspektiven und Planbarkeit bieten, in der Praxis umsetzbar sind und ein Einkommen zum Auskommen ermöglichen“, fordert Lindinger, dass es künftig während einer Periode zu keinen Programmänderungen kommen darf. „Wir Junglandwirte sind uns vor allem auch in dieser herausfordernden Zeit, die uns die Corona-Pandemie abverlangt, der Verantwortung als überlebensnotwendige Berufs-gruppe bewusst. Umso wichtiger ist es, Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene zu setzen, damit wir auch weiterhin unsere Höfe bewirtschaften und davon auch finanziell überleben können“, pocht Lindinger darauf das Agrar- und Umweltprogramm ÖPUL so zu gestalten, dass die Hürde als Einstieg nicht zu hoch ist, damit viele Betriebe teilnehmen können.

Was junge Hofübernehmer brauchen

„Der Zuschlag für Junglandwirte hat sich bewährt“, sieht Lindinger daher dessen Beibehaltung als unabdingbar an. Geht es nach den Forderungen der Junglandwirte sollte die Deckelung bei diesen Top-Ups auf vier Prozent angehoben und der Zuschlag von mindestens 76 Euro pro Hektar beibehalten werden. „Es darf während der Periode keine Kürzungen geben und der Betrag muss jeweils an die Inflation angepasst werden“, so der ÖVP-Abgeordnete weiter. Was den Zuschuss zur Investförderung für Junglandwirte betrifft, soll dieser deutlich auf 10 Prozent erhöht werden. „So sichern wir den Fortbestand unsere Höfe für unsere Kinder und Enkelkinder“, betont Lindinger.

Auch was die Existenzgründungsbeihilfe betrifft, fordern die Jungbauern deren Weiterführung jedoch mit einer grundlegenden Änderung der Bezugsbedingungen. „Wir wollen, dass jede Person bis zum 40. Lebensjahr einen einmaligen Anspruch auf den Erhalt dieser Beihilfe hat und zwar unabhängig vom Zeitpunkt der Betriebsübernahme.“ Zudem wollen die Jungbauern eine Erhöhung des Meisterzuschusses auf 5.000 Euro. „Denn eine gute Ausbildung ist der Schlüssel zum Erfolg“, so Lindinger.

Mehr als 23.300 bäuerliche Familienbetriebe in Oberösterreich sorgen täglich für höchste Qualität unserer Lebensmittel und mit ihrer verantwortungs-vollen und nachhaltigen Bewirtschaftungsweise für eine gesunde Kulturlandschaft. Knapp ein Viertel der heimischen Höfe werden von Jungbauern bewirtschaftet. „In diesem Bereich sind wir klarer Europameister“, begründet Lindinger das Engagement der Jungbauernschaft mit ihren rund 50.000 ehrenamtlichen Mitgliedern sich sowohl inhaltlich in der Agrardebatte einzubringen als auch junge Menschen verstärkt für Politik zu motivieren.