Josef Hechenberger bringt Petition zur Senkung des Schutzstatus des Wolfes in den Nationalrat ein

18. Juni 2020

Den Schafbauern aus Serfaus reicht es. Binnen kürzester Zeit wurden im Bereich der Komperdellalm im hochalpinen Gelände 23 Schafe getötet, acht Schafe sind nicht auffindbar. „Wir müssen also davon ausgehen, dass auch diese acht Tiere vom Wolf gerissen wurden. Unseren Schafbauern fehlen somit mehr als 30 Tiere und das binnen wenigen Wochen. Da konnten wir nicht weiter untätig zusehen“, beschreibt der Bürgermeister von Serfaus Mag. Paul Greiter die Situation.

Die Almbauern haben die Notbremse gezogen, sie wollen nicht mehr hilflos zusehen, wie ein Schaf nach dem anderen qualvoll getötet wird. Deswegen erfolgte am 6. Juni der frühzeitige Almabtrieb von der Komperdellalm. Zusätzlich übergab der Bürgermeister von Serfaus Mag. Paul Greiter dem Tiroler Bauernbund-Abgeordneten und LK-Tirol Präsident Ing. Josef Hechenberger sowie seinen Nationalratskollegen Elisabeth Pfurtscheller und Hermann Gahr eine Petition, welche die Senkung des Schutzstatus der Wölfe fordert.

Breiten sich die Wölfe weiter aus, leidet die Almwirtschaft und immer mehr Landwirte werden es den Serfauser Almbauern nachmachen und ihre Almen nicht mehr bewirtschaften. „Das wäre fatal für das gesamte Land. Ohne traditionelle Almwirtschaft und unserer gepflegten Kulturlandschaft wären weder Tourismus noch Freizeitwirtschaft möglich. Denn scheinbar touristisch installierte Strukturen sind landwirtschaftlich, die mitgenutzt werden“, führt der Bauernbund-Abgeordnete aus.

Tierschutz gilt auch für Haus- und Weidetiere

Hechenberger und Greiter ärgert es besonders, dass Tierschutz mit zweierlei Maß gemessen wird. „Tierschützer setzen sich vehement für den vollkommenen Schutz und die Rückkehr der großen Beutegreifer nach Österreich ein. Doch wo bleibt der Tierschutz für unsere Schafe, Kälber oder Ziegen? Unsere Haus- und Weidetiere sind leichte Beute für den Wolf, sie werden gehetzt und qualvoll getötet. Der Todeskampf mehrerer schwerverletzter Schafe in Serfaus dauerte Tage. Viele Tiere waren nach den Angriffen des Wolfes schwer traumatisiert. Einige mussten erlöst werden. Wieso gilt der Tierschutz für Haus- und Weidetiere nicht, sondern nur für Raubtiere? Das ist unverständlich und auch sogenannte Tierschützer müssten das einsehen“.

Um auch künftig noch eine Almwirtschaft betreiben zu können, verlangen die Serfauser Bauern nun mit einer Petition, dass der Schutzstatus des Wolfes gesenkt wird. Auch Problemwölfe, die auffällig werden, mehrere Haus- oder Nutztiere reißen und bewohnten Gebieten gefährlich nahe kommen, sollen künftig entnommen werden können.

„Der Wolf ist nicht mehr vom Aussterben bedroht, er steht auch nicht auf der Liste der bedrohten Tierarten. Mit mehr als 30.000 Exemplaren in ganz Europa und einer Reproduktionsrate von rund 30 Prozent ist der absolute Schutzstatus schon längst überholt. Wir müssen die Wolfsituation europaweit betrachten und nicht jedes einzelne Land als Referenzwert rechnen. Es gibt durchaus Gebiete in Europa, wo der Wolf seinen Platz hat. Doch der Alpenraum ist zu dicht besiedelt und bewirtschaftet für ein Raubtier. Deswegen brauchen wir ein konsequentes Wolfsmanagement. Sonst wird künftig nicht der Wolf, sondern unsere traditionelle Almwirtschaft vom Aussterben bedroht sein“, so Hechenberger abschließend.

Forderungen der Petition:

  • Es braucht eine rasche, unbürokratische und leichte Entnahme von Problemwölfen!
  • Der Schutzstatus des Wolfes muss gesenkt werden. Der Wolf ist nicht vom Aussterben bedroht. Derzeit gibt es europaweit rund 30.000 Exemplare und die Reproduktionsrate liegt bei rund 30 Prozent. Deswegen gehört der Wolf nicht mehr zu den bedrohten Tierarten.
  • Tirol muss als wolfsfreie Zone definiert werden. Es muss auch in Zukunft für unsere Bauern gefahrlos möglich sein, Alm- und Weidewirtschaft zu betreiben. Der Schutz der Bevölkerung, die Erhaltung einer gesunden Berglandwirtschaft und die Sicherheit für unsere Gäste setzen einen Lebensraum ohne gefährliche Beutegreifer voraus.

Hier kann die Petition unterstützt werden:

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/PET/PET_00021/index.shtml