Hechenberger zu Tierschutzvolksbegehren: Tierschutz mit Augenmaß und Hausverstand umgesetzt

15. Dezember 2021

Tierwohlpaket bringt Verbesserungen in allen Bereichen

Mehr als 400.000 Österreicherinnen und Österreicher haben das Tierschutzvolksbegehren von Initiator Sebastian Bohrn Mena unterstützt. Nach dem öffentlichen Hearing und einer intensiven Debatte im Gesundheitsausschuss wurde heute, Mittwoch, im Plenum ein umfassendes Tierwohlpaket beschlossen.

„Wir setzen in vielen Bereichen neue Maßstäbe. Nach intensiven Verhandlungen haben wir uns auf ein Paket zum Wohle von Mensch und Tier geeinigt. Das Tierwohl wird gesteigert und das nicht zulasten der heimischen Landwirtschaft. Mit war es wichtig, dass wir hier die Bäuerinnen und Bauern mitnehmen. Wir stehen für Tierschutz mit Augenmaß und Hausverstand“, so kommentiert der Tiroler Bauernbund-Abgeordnete und LK-Tirol Präsident Josef Hechenberger den Beschluss rund um das Tierschutzvolksbegehren.

Viele zentrale Forderungen des Tierschutzvolksbegehrens wurden umgesetzt. So wird das Schreddern von Küken sowie das Töten von lebensfähigen Küken, außer sie dienen nachweislich der Futtergewinnung, verboten. Zusätzlich wird es Verbesserungen bei den Haltungsbedingungen für Legehennen in Bodenhaltung geben. Auch in der Schweinebranche wird es maßgebliche Verbesserungen geben. So wird die Fixierdauer vor und nach der Geburt von Säuen verkürzt. Das Kupieren von Schwänzen wird endgültig verboten. Besonders bei den Stallungen und Buchten wird sich vieles ändern. Künftig setzt man auf moderne Stallhaltungssysteme mit Bewegungsmöglichkeiten, separaten Liegeflächen, Beschäftigungsmaterial sowie vorgeschriebener Klimatisierung werden ab 2023 zur gesetzlichen Norm in Um- und Neubauten.

„Zentral für Tirol ist der Rinder-Bereich, hier war es mir wichtig, dass neben der Laufstallhaltung auch die Kombinationshaltung weiter erhalten bleibt. Künftig werden wir die Kälbertransporte reduzieren, um in Österreich hier den Markt auszubauen, werden Förderprogramme für Qualitätskalbsfleisch ausgebaut. Ein wichtiger Hebel dazu ist die Herkunftskennzeichnung. Schlacht- und Mastrinder dürfen in Zukunft nicht mehr in Drittstaaten exportiert werden. Damit wir sicherstellen, dass unsere Zuchtrinder nicht als Schlachttiere weiterverkauft werden, wird ein System zur lückenlosen Kontrolle von Zuchttiertransporten in Drittstaaten auf- und ausgebaut. Hier wird auch ein Aufbau eines Systems zum Nachweis des Herdenaufbaus in den Zielländern gestartet“, erklärt Hechenberger.

Nicht nur bei Nutztieren gibt es zentrale Verbesserungen, sondern auch bei den Heimtieren. „Wenn es in der öffentlichen Diskussion um Tierschutz geht, stehen meist nur die heimischen Bäuerinnen und Bauern im Fokus. Selten werden die Haltungsbedingungen von Heimtieren wie Hunden, Katzen, Kaninchen oder exotischen Tieren diskutiert. Deswegen bin ich froh, dass wir Verbesserungen für alle Tiere erreichen konnten. Künftig brauchen Hundehalter einen Sachkundenachweis, Qualzuchten werden genau definiert und je nach Ausprägung verboten auch bei den exotischen Haustieren wie Schlangen, Exen oder Spinnen wird es strengere Vorgaben geben. Es wird genaue Regelungen bei der Haltung von Exoten und Wildtieren geben und bei einigen Arten wird ein Sachkundenachweis erforderlich sein. Damit wird sichergestellt, dass die besonderen Bedürfnisse dieser Tiere erfüllt werden und nur sachkundige Personen gewisse Arten halten dürfen“, so der Tiroler.

Auch die verpflichtende Einführung einer Herkunftskennzeichnung ist Teil des Tierwohl-Paketes. „Es wurde lange genug geredet, jetzt ist es Zeit zu handeln. Die Herkunftskennzeichnung muss noch im nächsten Jahr umgesetzt werden. Dafür liegen bereits mehrere Beschlüsse, Gutachten und Vorschläge vor, jetzt muss umgesetzt und geliefert werden“, so Hechenberger abschließend.