Hechenberger: Mehr Augenmerk auf Regionalität beim Bundesheer

7. März 2022

Bund setzt verstärkt auf regionale Beschaffung in öffentlichen Verpflegungseinrichtungen

„Der Bund isst regional“ – mit dieser Initiative will die Bundesregierung die Bevölkerung dazu ermuntern, verstärkt regional und saisonal einzukaufen. Das Bundesheer geht hier ganz nach dem Motto „Unser Heer isst regional“ mit positivem Beispiel voran und setzt bei der Verpflegung der Soldatinnen und Soldaten künftig mehr auf regionale Lebensmittel. „Den Start machte vergangenen Oktober der sogenannte Klimateller, der österreichweit in den Kasernen eingeführt wurde“, so LK-Tirol Präsident und Abg. z. NR Josef Hechenberger. Zunächst wird nur das Mittagessen an einem Tag pro Woche, dann Frühstück/Mittag/Abendessen an einem Tag pro Woche und schlussendlich täglich ein Klimateller angeboten. „Mit dem Klimateller wurde österreichweit die regionale Lebensmittelbeschaffung für unsere Soldatinnen und Soldaten eingeläutet. Ziel dieser Initiative ist es, an jedem Tag in den Verpflegungseinrichtungen des Bundesheeres ein regionales, saisonales und schlussendlich klimafreundliches Speisenangebot zu schaffen“, so Hechenberger.

Welches Potential für die heimischen Lebensmittelproduzenten dahintersteckt, zeigen die letztjährigen Zahlen zum Wareneinkauf in den zehn Tiroler Verpflegungseinrichtungen des BMLV (Bundesministerium für Landesverteidigung). Im vergangenem Jahr wurden hier rund 2. Mio Euro für die Lebensmittelbeschaffung ausgegeben und ca. 980.000 Portionen zubereitet.

Umsetzung vor Ort

 Beim Besuch des Truppenübungsplatzes in Hochfilzen,  konnten sich Josef Hechenberger und Standortbürgermeister Konrad Walk von der Umsetzung des Projekts in der Praxis überzeugen. Küchenstellenleiter Alexander Köck bereitet dort mit seinem Team jeden Tag zwischen 300 und 400 Speisen zu. Durch diese Initiative sollen durch die Bundesbeschaffungsgesellschaft künftig verstärkt Möglichkeiten gegeben sein, bei regionalen Betrieben zu bestellen.

„Durch diese Maßnahme und die Erhöhung des Tagkostgeldes in der Vergangenheit, von vier auf fünf Euro, wird unser Handlungsspielraum, um regional zu kochen, deutlich erweitert. Darüber hinaus merkt man bei der Verarbeitung der qualitativ hochwertigen Lebensmitteln auch die Freude der Grundwehrdiener. Sie sind meist gelernte Köche und legen selber Wert auf die Herkunft und Qualität der Produkte“, so Köck, der ein Team aus 15 Personen, davon zehn bis zwölf Grundwehrdienern leitet. Auch der Kommandant des Truppenübungsplatzes Hochfilzen Oberst Thomas Abfalter attestiert eine positive Entwicklung. „Der TüPl in Hochfilzen ist bei unseren Soldatinnen und Soldaten, wie auch bei unserem internationalen Publikum für die gute Verpflegung bekannt. Es freut mich, dass wir in Zukunft vermehrt auf Produkte aus der Umgebung zurückgreifen können. Das ist ein Bekenntnis zur heimischen Lebensmittelproduktion und Versorgungssicherheit“ , so Abfalter.

Darüber hinaus verfügt der Truppenübungsplatz seit knapp einem Jahr über eine Eigenjagd. Das erlegte Kahlwild wird zur Gänze von heimischen Zerlegungsbetrieben aufgearbeitet und anschließend von Alexander Köck und seinem Team verkocht. Für den Bürgermeister der Gemeinde, Konrad Walk, ist diese Art der Beschaffung ein Vorzeigebeispiel. „Es Freut mich, dass man in Hochfilzen mit gutem Beispiel voran geht und ein Zeichen setzt“, so Walk, der sich eine noch stärkere Einbindung der heimischen Produzenten vorstellen kann.

 

Für LK-Präsident und Abg. z. NR Josef Hechenberger hat die Initiative „Der Bund isst regional“ Symbolkraft. „Es werden laufend höhere Standards von unseren Lebensmittelproduzenten eingefordert, beim Einkauf aber nicht selten auf günstigere Alternativen aus dem Ausland zurückgegriffen. Umso mehr freut es mich, dass sich die öffentliche Beschaffung verstärkt an der Regionalität und den damit verbunden hohen Produktionsstandards orientiert“, so Hechenberger. Mit der für heuer geplanten Umsetzung der Herkunftskennzeichnung, die auch die öffentlichen Verpflegungseinrichtungen des Bundesheeres einschließen, soll dieser Weg fortgesetzt werden.