Hechenberger: Lebensmittelverschwendung muss endlich aktiv angegangen werden

12. Mai 2022

Zuständige Minister:innen müssen sich auf EU-Ebene dafür einsetzen

Am 11. März brachte der Tiroler Bauernbund-Abgeordnete und LK-Tirol Präsident Josef Hechenberger eine parlamentarische Anfrage bezüglich Lebensmittelverschwendung in Österreich an Bundesministerin Leonore Gewessler ein. Auslöser waren Videos einer Umweltschutzorganisation, die Unmengen an Lebensmitteln zeigten, die vernichtet wurden. Nun übermittelte die Ministerin die Antworten.

„Auf einige Fragen gab es keine konkreten Antworten bzw. es fehlt an Datenmaterial. Es ist sehr schade, dass keine detaillierten Daten über die Lebensmittelverschwendung während der Pandemie vorliegen. Diese fehlenden Erhebungen zeigen mir, dass wir auch hier unbedingt aufholen müssen und Daten ordentlich aufnehmen und sichern müssen. Natürlich ist das nicht so einfach, doch gerade in den öffentlichen Bereichen wie Außer-Haus-Verpflegung, Gastronomie oder Supermärkte könne man sehr wohl konkrete Daten sammeln. Denn die Unternehmer:innen wissen genau, wie viel sie eingekauft, wieder verkauft haben und was davon entsorgt werden muss. Das muss dann nur noch von öffentlicher Hand gesammelt und ausgewertet werden“, schlägt Hechenberger vor.

Versorgungssicherheit ist gerade in diesen Tagen ein zentrales Thema. Der Krieg in der Ukraine und die steigende Inflation stellt uns täglich vor neue Herausforderungen. Deswegen müssen wir auch das Thema Lebensmittelverschwendung wieder in den Fokus setzen: „Lebensmittel sind wertvoll und deswegen können wir nicht einfach zusehen, wie Tonnen an genussfähigen Lebensmitteln im Müll landen, gerade in Krisenzeiten, wo sich viele Menschen gewisse Produkte nicht mehr leisten können. Ich persönlich finde es sehr schade, dass man das französische Modell nicht weiterverfolgt. Dort müssen Supermärkte alle noch genussfähigen Lebensmittel spenden. Natürlich sind alle Neuerungen mit Herausforderungen verbunden und es wäre auch nicht die Lösung aller Probleme, doch zumindest ein erster wichtiger Schritt und das gerade in Krisenzeiten“, so Hechenberger.

Auch ein Grund für die große Lebensmittelverschwendung in privaten Haushalten sind Mengenaktionen oder Rabattschlachten im Supermarkt. In der Anfragebeantwortung stellt Gewessler klar, dass es hier keine gesetzlichen Initiativen geben wird, man setzt auf Freiwilligkeit. „Auf den ersten Blick scheint es gut, dass man Lebensmittel vermeintlich billiger oder in großen Mengen bekommt, doch meist landen große Teile der Schnäppchenjagd in der Mülltonne und somit wurde bares Geld und wertvolle Lebensmittel vernichtet. Da keine Gesetzesvorlagen geplant sind, kann man hier weiterhin nur auf Aufklärung und die Vernunft der Konsumentinnen und Konsumenten appellieren. Wie in der Beantwortung erklärt, sind viele Gesetze im Lebensmittelrecht harmonisiert und diese können nur auf EU-Ebene geändert werden. Darum lautet mein Appell an die zuständigen Minister:innen, sich hier auf europäischer Ebene für die Verringerung der Lebensmittelverschwendung einzusetzen,“ so Hechenberger abschließend.