Hechenberger bringt parlamentarische Anfrage zur Lebensmittelverschwendung ein

14. März 2022

Rabattschlachten und Mengenaktionen im Einzelhandel müssen eingedämmt werden

In Österreich landen jedes Jahr rund 1 Million Tonnen genusstaugliche Lebensmittel im Müll. Hauptverursacher der Lebensmittelverschwendung sind private Haushalte mit 58 Prozent. Gefolgt vom Außer-Haus-Verzehr mit 19 Prozent, 14 Prozent verursacht die Verarbeitungsindustrie und neun Prozent die Supermärkte und der Großhandel. Damit könnte man ganz Tirol und Vorarlberg ein Jahr lang ernähren. Der Tiroler Bauernbund-Abgeordnete und LK-Tirol Präsident Ing. Josef Hechenberger setzt sich bereits seit Jahren für die Eindämmung von vermeidbaren Lebensmittelabfällen und für mehr Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln ein. „Als Bauer bricht es mir das Herz, wenn ich sehen muss, wie unzählige genießbare Lebensmittel im Müll landen. Es steckt so viel Arbeit und Energie in jedem Produkt, viele Menschen haben leider jegliche Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln verloren. Sonst würde so eine Verschwendung nicht passieren.“

Einen Grund für die Lebensmittelverschwendung besonders in Privathaushalten sind Rabattschlachten und Mengenangebote des Einzelhandels. „Durch diese Angebote werden die Konsumentinnen und Konsumenten dazu gebracht, viel mehr zu kaufen, als sie eigentlich brauchen. Oft landet dann die Hälfte im Müll, so hat man also direkt Geld in den Mist geworfen. Deswegen müssen solche Lockangebote und Massenaktionen eingedämmt werden“, fordert der Tiroler.

Bereits am 10.12.2020 wurde im Nationalrat von den Regierungsparteien ein Entschließungsantrag beschlossen, der zahlreiche Maßnahmen zur Reduktion der Lebensmittelverschwendung vorsieht. Darunter das Verbot des Entsorgens von genusstauglichen Lebensmitteln aus dem Einzelhandel nach französischem Vorbild. „Unser Antrag enthält wichtige und wegweisende Punkte, doch leider wurde bisher noch keine Regierungsvorlage präsentiert. Aus diesem Grund stelle ich nun eine parlamentarische Anfrage, um den Status quo zu erfragen“, so Hechenberger.

Hechenberger stellt 15 Fragen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie. Darunter, ob die Punkte aus dem Entschließungsantrag bereits geprüft sind und wann eine Umsetzung zu erwarten ist. Welche Projekte zur Bewusstseinsbildung rund um das Thema Lebensmittelverschwendung in Arbeit sind und welche Ministerien hier mit einbezogen werden. Den Tiroler interessiert auch, ob die Lebensmittelverschwendung in der Pandemie zugenommen hat und ob gerade in den Branchen Gastronomie und Hotellerie aufgrund der Lockdowns mehr genießbare Lebensmittel entsorgt werden mussten.

Bis zum 11.5.2022 hat Ministerin Leonore Gewessler Zeit, die Fragen zu beantworten.

Link zur Anfrage: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/J/J_10184/index.shtml