Erntehelfer werden dringend benötigt

Was für Familien die Pflegerinnen und Pfleger, die sie für ihre Angehörigen brauchen, so sind das für Gemüsebauern die Erntehelfer, die in Spitzenzeiten, wie etwa in den nächsten Wochen und Monaten bei den Arbeiten am Feld helfen. „Trotz guter und positiver Initiativen zeigen die Erfahrungen der letzten Wochen aber auch, dass es nach wie vor einen großen Bedarf an Fremdarbeitskräften am Feld gibt“, betont der ÖVP-Abgeordnete Nikolaus Prinz.

 

In der ersten Phase, nachdem Erntehelfer aus Polen, der Ukraine oder anderswo aufgrund der Corona-Krise und den Einreisebeschränkungen nicht mehr auf heimischen Feldern arbeiten konnten, behalfen sich viele bäuerliche Betriebe noch mit Aushilfen aus dem Familienverband oder mit Bekannten bzw. mit freiwilligen Helfern. „Aber das ist keine Dauerlösung“, berichtet Prinz von Betroffenen, dass diese Hilfen bald wegbrechen.

 

Es hat sich in den letzten Wochen gezeigt, dass der Großteil an Arbeitslosen, die sich in der Feldarbeit versuchen, nach wenigen Tagen nicht mehr am Arbeitsplatz erscheinen, weil zu anstrengend oder zu geringes Einkommen. „Das alles ist zwar nachvollziehbar, bringt die betroffenen Betriebe aber in große Bedrängnis“, so Prinz.

 

Wer ist im Sommer am Gurkerlflieger?

Die oberösterreichischen Gemüsebauern sichern durch Bewirtschaftung und Investitionen tausende Arbeitsplätze auch im vor- und nachgelagerten Bereich. Der handarbeitsintensive Gemüseanbau ist auf ausländische Saisonarbeiter und Erntehelfer angewiesen. Diese stammen in Oberösterreich hauptsächlich aus den Ländern Polen, Rumänien, aus dem Kosovo und der Ukraine. „Die Haupterntezeit beginnt ja erst so richtig. Daher braucht es diese Erntehelfer für die kommenden Wochen und den Sommer“, fordert Prinz und mahnt: „Was ist im Sommer? Wer wird am Gurkerlflieger sein? Dieser Bedarf an Arbeitskräften ist unmöglich ausschließlich mit Freiwilligen und Familienangehörigen zu decken!“

 

Höhere Löhne – höhere Preise

Zu der in der Öffentlichkeit von manchen Kreisen geführte Debatte über die Bezahlung von Fremdarbeitern, merkt Prinz Folgendes an: Die kollektivvertraglich festgelegten Löhne für Landarbeiter seien in Oberösterreich gut und besser geregelt als anderswo. „Wenn man fordert, diese zu erhöhen, muss man aber auch bereit sein, für das Produkt mehr zu bezahlen!“ Denn es könne nicht sein, dass am Ende die Gemüsebauern Pleite gehen, weil sie von ihrer Produktion nicht mehr überleben können. „Die Frage ist natürlich, ob die Kunden auch bereit wären, die Mehrkosten zu tragen“, so Prinz abschließend.