Hermann Gahr mit Rektruten (c) zvG

Gahr: Teiltauglichkeit bringt mehr Fairness ins System und stärkt Bundesheer und Zivildienst

8. Januar 2021

Der Dienst für unser Land und an unseren Mitmenschen ist ein wichtiger Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Das Bundesheer ist in vielen Bereichen täglich für unser Land für mehr Sicherheit im Einsatz, etwa beim Grenzschutz oder auch jetzt bei Naturkatastrophen sowie in der Corona-Pandemie. Tausende Zivildiener, egal ob in den Rettungsorganisationen, in Pflegeheimen und Krankenhäusern oder in landwirtschaftlichen Betrieben sowie die Grundwehrdiener leisten Großartiges. Doch die Zahl der untauglichen Männer nimmt von Jahr zu Jahr zu. Deswegen bin ich sehr froh, dass die Teiltauglichkeit ab März 2021 in Kraft tritt. Diese Maßnahme stärkt das Bundesheer und den Zivildienst“, erklärt der Tiroler Bauernbund-Abgeordnete und im Zivilberuf beim Maschinenring-Tirol Einsatzleiter für landwirtschaftliche Zivildiener Hermann Gahr

Im vergangenen Jahr gab es 44.000 Stellungspflichtige, davon waren 30.000 tauglich. 16.000 absolvierten den Grundwehrdienst, 14.000 leisteten Zivildienst. Für untauglich wurden 9.000 Männer erklärt. Die restlichen Personen haben einen Aufschub bekommen. Künftig sollen nur noch jene untauglich sein, für die ein Grundwehrdienst physisch und psychisch nicht möglich ist.

Die Teiltauglichkeit wird für stellungspflichtige junge Männer ab dem Jahrgang 2003 eingeführt. Sie kommt ab März 2021 in die Umsetzung. Rund 30 Prozent jedes Jahrganges werden jährlich für untauglich erklärt. Mit der Einführung der Teiltauglichkeit soll es rund 2.000 mehr Taugliche geben. Rund 800 Männer sollen den Zivildienst absolvieren und rund 1.200 den Wehrdienst.

 „Es ist ein Gebot der Fairness und Gerechtigkeit, dass junge Männer einen freiwilligen Dienst für die Allgemeinheit leisten. In der Zeit als Präsenz- oder Zivildiener lernt man auch sehr viel für das Leben. Wichtige Werte sowie soziale Kompetenz werden einem in dieser Phase des Lebens vermittelt. Mit ihrem Einsatz leisten die jungen Männer einen zentralen Beitrag zur sozialen Sicherheit. Die Teiltauglichkeit ist eine wichtige Weiterentwicklung des Systems, die für alle Beteiligten viele Vorteile bringen wird. Für viele Burschen ist der Zivildienst auch der Einstieg in die Freiwilligentätigkeit. Rund ein Drittel bleibt den Organisationen auch nach dem Zivildienst erhalten. Österreich ist das Land der Freiwilligen, ohne die zahlreichen Helfer bei den verschiedensten Vereinen könnten viele Veranstaltungen oder Rettungseinsätze gar nicht bewältigt werden“, so Gahr.

Da Teiltaugliche nicht die gleichen Anforderungen wie ihre tauglichen Kollegen erfüllen, bekommen sie eine Sonderstellung im Grundwehrdienst. So werden sie nur nahe ihrem Wohnsitz eingezogen, dürfen zu Hause schlafen. Auch beim Zivildienst wird es entsprechend den körperlichen Voraussetzungen Einsatzbereiche für die jungen Männer geben.

Gerade im vergangenen Jahr hat man gesehen, wie wichtig die Arbeit der Zivil- und Grundwehrdiener ist. Auch wenn man körperlich nicht topfit ist, kann man im Büro, in der Küche oder anderen Bereichen wichtige Arbeit leisten und einen wichtigen Beitrag für die Allgemeinheit leisten. Mit der Einführung der Teiltauglichkeit wird das System gerechter und flexibler“, so Gahr abschließend.