Gahr: Nach Corona-Pandemie parlamentarischen Austausch mit Südtirol intensivieren

14. Januar 2021

Während Türkis-Grüner Koalition tagte Südtirol-Unterausschuss zum ersten Mal

Ich bin sehr froh, dass der erste Südtirol-Unterausschuss während der Türkis-Grünen Bundesregierung tagte und wir wichtige Anliegen auch zu aktuellen Themen rund um die Covid-Krise abklären konnten. Südtirol ist und wird immer ein wichtiger Partner sein. Es ist für mich von großer Bedeutung, dass auch Südtirol mit einer Stimme im österreichischen Parlament vertreten ist“, so der Obmann des Südtirol-Unterausschusses ÖVP-Abgeordneter Hermann Gahr.

Behandelt wurde der Autonomie-Bericht für Südtirol, in dem besonders die enge Verbundenheit und Zusammenarbeit mit Südtirol betont wird. „Auch in Zukunft wird Österreich seine Schutzfunktion gegenüber Südtirol gewissenhaft wahrnehmen. Nach der Corona-Pandemie möchte ich den parlamentarischen Austausch mit dem Südtiroler Landtag und der Südtiroler Landesregierung weiter intensivieren und mit den Mitgliedern des Ausschusses den Südtiroler-Landtag und die Landesregierung besuchen“, kündigt Gahr an.

Vorzeigecharakter hat nicht nur die Südtiroler Autonomie, sondern auch die Europaregion „Tirol-Südtirol-Trentino“, welche während des Ausschusses mehrmals zur Sprache kam. Diese einzigartige grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Regionen entstand zu Beginn der 90er-Jahre. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind Bildung und Wissenschaft, Gesundheit und Infrastruktur, Wirtschaft und Tourismus, Umwelt, Jugend, Energie und Kultur. „Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, dass in solchen Situationen europäisches handeln und denken wichtig ist. Die Corona-Pandemie hat die enge politische Koordination manifestiert. Darauf wollen wir weiter aufbauen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit etwa beim Verkehr in puncto Transit oder beim Jahrhundertprojekt Brennerbasistunnel forcieren. Aber auch in der Wolfsfrage wollen wir künftig enger zusammenarbeiten. Die Alm- und Berggebiete verdienen besonderen Schutz. Hier ist es besonders wichtig, auf europäischer Ebene gemeinsame Wege zu gehen, um unsere gemeinsamen Ziele voranzubringen“, so Gahr nach dem Ausschuss.

Am 10. Oktober 1920 wurde Südtirol von Italien formell annektiert. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte keine standesmäßige 100 Jahr Gedenkfeier stattfinden, das soll möglichst nachgeholt werden. „Vor 100 Jahren ist ein großes Unrecht widerfahren Südtirol wurde gegen den Willen der Bevölkerung an Italien angeschlossen. Es war tragisch und schmerzhaft Frauen und Männer wurden aus ihrer Heimat vertrieben, Familien zerrissen und Menschen zur Minderheit in Italien. Durch den hartnäckigen Widerstand der Bevölkerung und geschickter politischer Diplomatie ist es gelungen, eine Autonomie in Südtirol zu schaffen und den Minderheitenkonflikt beizulegen. Die gemeinsame Erinnerung an dieses Ereignis muss uns eine Lehre für die Zukunft sein. Gewalt ist niemals der Weg, sondern Frieden und Zusammenhalt. Unsere gemeinsame Geschichte verbindet uns und mit vereinten Kräften können wir Herausforderungen und künftige Ziele bewältigen. Das hat die Europaregion schon immer ausgezeichnet, diese Zusammenarbeit ist Vorbild und Sinnbild für das gemeinsame Europa“, so Gahr.