Hermann Gahr (c) Tanja Cammerlander

Gahr: Lebensmittelverschwendung muss drastisch reduziert werden

21. Mai 2021

Bundesregierung arbeitet bereits an Konzept

In seinem heutigen Bericht zeigt der Rechnungshof die enorme Lebensmittelverschwendung in Österreich auf, demnach fallen jährlich 790.790 Tonnen an vermeidbaren Lebensmittelabfällen an. Von jenen 790.790 Tonnen an vermeidbaren Lebensmittelabfällen entfällt der größte Teil mit 206.990 Tonnen auf private Haushalte. 175.000 Tonnen trägt die Außer-Haus-Verpflegung und 120.000 Tonnen der Handel bei.

„Diese Zahlen sind erschreckend und zeigen leider klar auf, dass viele Menschen keinen Bezug mehr zu den Lebensmitteln, der Herstellung und Produktion haben. Die Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln ist verloren gegangen und das Wegwerfen von genusstauglichen Lebensmitteln ist eine unnötige Verschwendung von wertvollen Ressourcen und eine Geringschätzung gegenüber der Arbeit der heimischen Bäuerinnen und Bauern“, kommentiert der ÖVP-Rechnungshofsprecher und Bauernbund-Abgeordneter Hermann Gahr den neuesten Rechnungshofbericht.

Bereits im Regierungsprogramm hat sich die Türkis-Grüne Bundesregierung auf einen Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung geeinigt. Im Dezember 2020 wurde dazu im Parlament ein Entschließungsantrag der Regierungsparteien beschlossen.

Derzeit arbeitet die Regierung, wie im Aktionsplan und im Entschließungsantrag vorgesehen, gemeinsam mit Handelsunternehmen, Produzenten und karitativen Organisationen an einem konkreten Konzept. Künftig soll die Entsorgung von genusstauglichen Lebensmitteln im Einzelhandel verboten werden. Eine nationale Koordinierungsstelle soll bestehende Gesetze evaluieren und eine bessere Datenbasis bieten. Zudem wird eine Kampagne zur Bewusstseinsbildung für Konsumenten gefordert, um die Verschwendung in den Haushalten zu verringern.

„Der Aktionsplan der Bundesregierung ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Doch hier müssen wir schon früher ansetzen, denn die meisten Lebensmittel werden in privaten Haushalten weggeworfen. Die Lebensmittelverschwendung muss drastisch reduziert werden Bereits in Schulen und Kindergärten müssen Kinder lernen, wie wertvoll Lebensmittel sind und dass sie viel zu kostbar sind, um sie achtlos wegzuwerfen. Wer selbst weiß, wie viel Arbeit und Rohstoffe in einem Lebensmittel stecken, wird viel bewusster einkaufen und Produkte nicht einfach wegwerfen. Hier leisten unsere Seminarbäuerinnen bereits großartige Arbeit. Seit Jahren betreiben sie Bewusstseinsbildung in den Bildungseinrichtungen, solche Projekte müssen wir in Zukunft weiter forcieren. Jedes Kind sollte einen Bauernhof und einen Kurs bei den Seminarbäuerinnen besuchen, denn leider wissen viele Kinder besonders in der Stadt wirklich nicht mehr, wo die Milch oder das Fleisch herkommen“, sagt Gahr.

Wer genussfähige Lebensmittel wegwirft, schmeißt bares Geld in den Mistkübel. Das sind sich viele Menschen nicht bewusst. Doch schon kleine Maßnahmen im eigenen Haushalt können dafür sorgen, dass wir die Lebensmittelverschwendung drastisch reduzieren und unseren Geldbeutel entlasten. Bewusst Einkaufen mit Einkaufszettel, richtige Lagerung und der richtige Umgang mit Lebensmitteln machen schon einen großen Unterschied.

„Ich appelliere an die Konsumentinnen und Konsumenten, auf Qualität statt Quantität zu setzen. Direkt ab Hof oder bei Direktvermarktern zu kaufen, denn hier sieht man wirklich, wo das Lebensmittel herkommt, und welche harte Arbeit dahintersteckt“, so Gahr abschließend.