Hermann Gahr - Foto: Sabine Klimpt

Gahr: Bevölkerung in Tirol vor Belastungen durch den Verkehr schützen

19. November 2021

Brennerbasistunnel muss ehest möglich in Betrieb gehen

Das Budget 2022 für den Verkehr schafft gute Rahmenbedingungen für eine moderne und leistungsfähige Mobilität. Investiert wird besonders in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Im ÖBB-Rahmenplan bis 2027 gibt es ein Rekord-Budget von 18,2 Milliarden Euro. Alleine für Tirol sind 3,7 Milliarden Euro vorgesehen, davon sind 2,7 Milliarden Euro für den Brenner Basis Tunnel (BBT) budgetiert. Für den viergleisigen Ausbau zwischen Schaftenau und Knoten Radfeld im Unterinntal ist nun die Finanzierung für den Bau hinterlegt. Ein wesentliches Puzzleteil in puncto Klimaneutralität und Entlastung der Bürgerinnen und Bürger ist das Klimaticket. Alleine dafür wurden bis 2025 rund 430 Millionen Euro budgetiert.

„Eines ist klar, die Fertigstellung des BBT darf nicht mehr hinausgezögert werden. Wir brauchen jetzt Einigkeit und klare Umsetzungsschritte. Positiv zu erwähnen ist hier die Vergabe des Bauloses „Sillschlucht-Pfons“, so der Tiroler Abgeordnete und Mitglied des Verkehrsausschusses Hermann Gahr in seiner Rede im Plenum.

Bei dem Baulos „Silschlucht-Pfons“ werden auf einer Länge von 14,3 km bis 2028 stolze 651 Millionen verbaut. Wer Verkehr verlagern will, muss leistungsfähige Infrastruktur schaffen und Schritte zur Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene setzten. Gahr appelliert in seiner Rede, dass endlich Bewegung in den Bau des Nordzulaufes in Deutschland kommen muss.

„Der Nordzulauf aus Deutschland darf nicht verschleppt werden. Mit der Trassenfindung müssen jetzt die Planungen, Ausschreibungen und die Vergabe der Baulose von Kufstein bis Rosenheim erfolgen. Die neue Regierung in Deutschland muss die Umsetzung vorantreiben“, fordert Gahr.

Eine rasche Fertigstellung des Brenner Basis Tunnels wird nicht ohne Druck aus Europa realisierbar sein. „Wenn wir die Mobilitätswende schaffen und die Klimaziele umsetzen möchte, müssen wir jetzt handeln und das heißt auch der konsequente Umstieg des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene. Es muss unser klares Ziel sein, dass der Großteil des Güterverkehrs über die Schiene verläuft, wie es in der Schweiz der Fall ist. Hier finden 80 Prozent der Transporte über die Schiene statt. Kein Verständnis habe ich für die italienische Frächter Lobby. Drei Fachverbände haben eine Klage gegen die EU-Kommission angekündigt. Sie kritisierten die sektoralen Lkw-Fahrverbote für bestimmte Transporte wie Müll, Holz oder Auto, aber auch die Lkw-Nachtfahrverbote in Tirol sind ihnen ein Dorn im Auge. Eines ist klar, der freie Warenverkehr darf nicht die Gesundheit der Tiroler Bevölkerung gefährden. 2,5 Millionen Lkws die durch Tirol fahren sind genug“, so Gahr.

Abschließend hält Gahr noch fest: „Wir müssen die Ziele im Verkehrsbereich klar definieren und konsequent umsetzen. Tirol ist ein Tourismusland und ein starker Wirtschaftsstandort, daher brauchen wir nachhaltige und umweltgerechte Verkehrslösungen.“