Europawanderung der Alpenländer in Südtirol

30. August 2018

Die traditionelle Europawanderung des Südtiroler Bauernbundes fand heuer am Vigljoch statt. Teil nahmen zahlreiche Bauernvertreter aus dem deutschsprachigem Alpenraum.

 

Alle Jahre lädt der Südtiroler Bauernbund im August Bauernvertreter und Agrarpolitiker aus dem Alpenraum zu einer Wanderung nach Südtirol ein. Das Ziel: Wandernd die grenzübergreifende Freundschaft pflegen, die Zusammenarbeit vertiefen und über die Zukunft der Landwirtschaft im Alpenraum diskutieren. Auf dem Vigljoch begrüßten Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler, Lanas Bürgermeister Harald Stauder und Bauernbund-Ortsobmann Norbert Esser nicht nur Vertreter der Bauernverbände aus Bayern, Vorarlberg, Tirol und Salzburg, sondern auch Joachim Rukwied, als Präsident des Europäischen Bauernverbandes COPA sozusagen der wichtigste Bauer Europas.
Ein Thema beim Treffen waren die Märkte für landwirtschaftliche Produkte. Weiters wurden die EU-Agrarpolitik, die GAP-Verhandlungen, die Lage mit den Beutegreifern Bär und Wolf, die überbordende Bürokratie und die Zukunft der Familienbetriebe diskutiert und darüber beraten.
„Wir haben uns bereits in mehreren gemeinsamen Sitzungen dafür ausgesprochen, dass die Zukunft der EU-Landwirtschaft unsere bäuerlichen Familienbetriebe und keine Agrargroßkonzerne sein dürfen", so Bauernbunddirektor Dr. Peter Raggl. „Damit wir in diesem Punkt mehr Gewicht auf EU-Ebene haben, braucht es die intensive Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus", so Raggl weiter. „Diese Almwanderung bietet die ideale Basis für einen angeregten Gedankenaustausch. Wir Bauernvertreter hoffen stark darauf, dass die Entscheidungen über die künftige EU-Agrarpolitik noch vor den Europa-
parlamentswahlen im Mai 2019 fallen werden", berichtet Raggl aus dem Treffen.
Joachim Ruckwied, Präsident des Europäischen Bauernverbandes COPA, warnte: „Alles, was danach kommt, wird schlechter werden!" Besonders die Auswirkungen durch den Brexit seien derzeit noch nicht abzuschätzen. Einig waren sich die Bauernvertreter, dass die zweite Säule der Agrarpolitik – also die Zahlungen an die Bauern für ihre Leistungen für Umweltschutz, Landschaftspflege usw. – außerst wichtig und deswegen unbedingt zu bewahren ist. Im Zuge der GAP-Verhandlungen hat EU-Agrarkommissar Phil Hogan nämlich vorgeschlagen, genau diesen Bereich überproportional zu kürzen. „Damit würden erstmals seit Jahrzehnten wieder die benachteiligten Gebeite und die Berggebiete gegenüber Gunstlagen bestraft", sagt EU-Abgeordneter Herbert Dorfmann.