Erhalt der selbstständigen Polizeiinspektion in Kundl

15. Juni 2021

Bezirksabgeordnete, LAbg. Alois Margreiter und Abg. z NR Josef Hechenberger sprechen sich gegen Zusammenlegung von Polizeiinspektionen aus

In der Polizeiinspektion Kundl gibt es momentan acht Planstellen. Von den Beamten werden neben den ca. 4.600 Kundler Gemeindebürgern auch jene 3.500 der Gemeinde Breitenbach mit betreut. Weiters liegt im Wirkungsbereich der Beamten ein großes Gewerbegebiet mit mehreren Tausend Pendlern und eine dementsprechend vielbefahrene Bundesstraße (Anm. B171).

Verwundert über die Zukunftspläne für die PI Kundl zeigt sich Reinhold Siess, Personalvertreter bei der LPD Innsbruck. „Seitens des Polizeikommandos Kufstein wird angedacht die PI Kundl mit der PI Kramsach zusammenzuführen. Die acht Planstellen blieben zwar erhalten, jedoch ginge die Selbstständigkeit der PI Kundl verloren, da die Dienststelle keinen Dienststellenleiter, bzw. Dienststellenleiterstellvertreter mehr haben wird, sondern vorerst lediglich als Dienstantrittsstelle geführt werden würde. Auch die Polizeipräsenz in den beiden Gemeinden würde darunter leiden, da sich der Einsatzort der Beamten in Kundl erheblich vergrößern würde. Das zeigen vergangene Zusammenlegungen“, schildert Siess die Folgen der geplanten Umstrukturierungsmaßnahme. Warum eine Dienststellenzusammenlegung notwendig ist, kann sich Reinhold Siess nicht erklären. „Neben der Tatsache, dass es keine nachvollziehbaren Gründe für eine Zusammenlegung gibt, haben sich auch bereits die Beamten in Kundl gegen eine solche Maßnahme ausgesprochen. Ihre Interessen werde ich vertreten“, so Siess.

Auch die Bürgermeister der beiden betroffenen Gemeinden, Alois Margreiter und Anton Hoflacher sprechen sich gegen diese Umstrukturierung aus. Landtagsabgeordneter und Bürgermeister der Gemeinde Breitenbach, Alois Margreiter fordert den Erhalt einer selbständigen PI in Kundl. „Eine Zusammenlegung sehe ich als ersten Schritt der Schließung. Es ist auch Anspruch des ländlichen Raums, einen direkten Ansprechpartner in Sicherheitsfragen vor Ort zu haben“ , so Margreiter. „Eine Degradierung der PI Kundl zur Außenstelle, würde momentan noch keine Schließung bedeuten, der Schritt dorthin wäre aber nur mehr ein kleiner“, gibt der Breitenbacher Bürgermeister zu bedenken.

Indes macht sich in der Bevölkerung Verunsicherung breit. Vizebürgermeisterin von Kundl, Barbara Trapl weist auf die zuletzt stattgefundenen Sachbeschädigungen an der NMS Kundl und auf die ungeklärten Brandstiftungen hin, die vor wenigen Jahren die Gemeinde beschäftigten. Vor allem vor diesem Hintergrund sieht die Kundlerin einen Rückgang der Polizeipräsenz sehr kritisch.

Verständnislosigkeit löst die geplante Zusammenlegung auch bei Abg. z. NR Josef Hechenberger aus. „Durch die Zersplitterung des Einsatzgebietes der Beamten leidet vor allem das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung “, so Hechenberger. „Diese hätte in den Prozess auch früher mit eingebunden werden müssen“, so der Bezirksabgeordnete weiter.

Immer mehr Polizeidienststellen wurden österreichweit in der Vergangenheit zusammengeführt. „Dieser Trend hin zur Zentralisierung ist somit nun auch in Kundl angekommen“, stellt Hechenberger ernüchternd fest. Argument war oftmals eine Einsparung im Verwaltungsapparat. Dass eine Einsparung aber nicht auf Kosten der Sicherheit der Bevölkerung gehen darf, sind sich die beiden Bezirksabgeordneten Josef Hechenberger und Alois Margreiter einig.