Leistungen müssen abgegolten werden

„Wenn wir die hohe Qualität der heimischen Lebensmittelproduktion unserer Bäuerinnen und Bauern und die verantwortungsvolle Pflege der Kulturlandschaft aufrecht erhalten wollen, braucht es eine gezielte und vor allem gerechte Abgeltung dieser Leistungen“, ist für den Mühlviertler ÖVP-Abgeordneten Nikolaus Prinz eine Erhöhung der Ausgleichszulage für Betriebe im Berg- und benachteiligten Gebiet in der Gemeinsamen Agrarpolitik jetzt der richtige Zeitpunkt. „Nur so kann eine flächendeckende bäuerliche Bewirtschaftung auch in Zukunft gelingen“, betont Prinz.

„Es gibt keine Alternativen zur Bewirtschaftung von Almen und Berggebieten als durch Bauern-hand“, pocht Prinz auf eine Anerkennung der Bewirtschaftungserschwernisse im Berg- und benachteiligten Gebiet sowohl im Agrarumweltprogramm ÖPUL, allen voran aber über die Ausgleichzulage. Seit vielen Jahren schon müssen diese bäuerlichen Familienbetriebe mit einem bescheidenen Einkommen für ihre schwere Arbeit auskommen. „Harte Arbeit wird gerade in diesem Bereich immer weniger belohnt“, erinnert Prinz auch an die Einkommensentwicklung bei den Bergbauern. 22.657 Euro jährliches Betriebseinkommen oder durchschnittlich 16.515 Euro Jahresgehalt pro Arbeitskraft verdienen heimische Bergbauern im Schnitt laut Grünem Bericht 2020. Das entspricht einem Einkommensminus bei den Bergbauernbetrieben von 19 Prozent gegenüber anderen Betrieben bzw. einem Minus von 32 Prozent gegenüber Nichtbergbauernbetrieben.

Wertschätzung braucht Wertschöpfung

Die heimische Landwirtschaft hat gerade in diesem Jahr gezeigt, dass man sich auf sie verlassen kann. „Wenn aber Gastronomie und Hotellerie wegen zu hohen Corona- Infektionszahlen schließen müssen, fällt das auch auf ihre Zulieferer zurück und das sind in hohem Ausmaß auch bäuerliche Betriebe“, hofft Prinz in dieser schwierigen Zeit „auf die Treue der Konsumentinnen und Konsumenten beim Griff ins Regal vor allem heimische Lebensmittel zu kaufen.“

Die Politik hat bereits nach dem ersten Lockdown zahlreiche Maßnahmen gesetzt, die zumindest in steuerlicher Hinsicht Erleichterungen für bäuerliche Betriebe bringen. „Denn von der Wertschätzung für ihre Leistungen allein können auch sie nicht überleben“, erinnert der ÖVP-Abgeordnete etwa an die Angleichung der KV-Mindestbeitrags-grundlage an das allgemeine Niveau für Versicherte, die rückwirkend ab 1. Jänner 2020 gilt. Damit werden Betriebe mit kleineren Einheitswerten mit bis zu 320 Euro im Jahr und Optionsbetriebe mit bis zu 930 Euro pro Jahr und Betrieb entlastet. „Das klingt nicht nach viel, aber hilft zumindest jenen, die immer öfter ihren SVB-Beitrag nicht mehr aus ihrem bäuerlichen Einkommen abdecken konnten“, so Prinz.

Eine weitere Maßnahme aus dem 7,2-Millionen-Euro-Paket für die Landwirtschaft ist die Absenkung des fiktiven Ausgedinges von 13 auf 10 Prozent. „Damit wird sich bei Ausgleichszulagenbeziehern die Pension um durchschnittlich 450 Euro pro Jahr erhöhen“, sieht Prinz in der Umsetzung dieser langjährigen Forderung einen wichtigen
Schritt, den Bäuerinnen und Bauern im Alter eine Pension zu ermöglichen, die „einiger-maßen die jahrelange harte Arbeit am Hof widerspiegelt.“
„Eine flächendeckende Versorgung aus heimischer Bauernhand ist nur dann auch für die Zukunft gesichert, wenn wir alle gemeinsam dafür sorgen, dass die bäuerlichen Familien von ihrer Arbeit auch leben können“, sieht Prinz die Konsumenten beim Kaufverhalten und die Politik bei der Erarbeitung von nachhaltigen Lösungen gefordert. „Einige wurden bereits gesetzt, andere müssen noch folgen“, so der Bauernbund-Abgeordnete.