Arbeit der Feuerwehren bei Verkehrsunfällen wird durch Novelle erleichtert

6. Mai 2020

Feuerwehren werden bald bei Einsätzen nach Verkehrsunfällen auf Datenbanken mit technischen Fahrzeugdaten zugreifen können. Damit reagiert der Gesetzgeber auf die Veränderungen der Fahrzeugtechnik, die die Rettungskräfte vor neue Herausforderungen stellen. 

„Wasserstoff, Erdgas, Lithium-Batterien. Die moderne Fahrzeugtechnik wird immer komplexer und erfordert im Fall eines Unfalles von den Feuerwehren immer noch mehr Professionalität. Gilt es doch möglichst schnell Verunfallte zu retten und gleichzeitig dürfen sich die Retter selbst nicht unnötigen Gefahren aussetzen. Deswegen fand die Kraftfahrgesetz-Novelle auch im Bundesrat eine breite Zustimmung“, erklärt BR Dr. Peter Raggl, im Anschluss an die Sondersitzung des Bundesrates.

Der Novelle zufolge können nun Feuerwehren bei Verkehrsunfällen über die KFZ-Kennzeichendaten auf Datenbanken zugreifen, um dort Informationen wie Marke, Type, Motorisierung und vor allem Antriebsart, Deaktivierungsinformationen und die Zugriffspunkte des verunfallten Fahrzeuges schnell und unkompliziert zu erfahren. „Nach einem Unfall ist bei einem Einsatz jede Minute entscheidend, da kann die rasche zur Verfügung Stellung diese wichtigen Daten im Ernstfall über Leben oder Tod entscheiden“, zeigt Raggl den Wert der Novelle auf. „Es handelt sich dabei um einen kleinen aber sehr wichtigen Mosaikstein in der Feuerwehrarbeit, der es den Einsatzkräften erlaubt, sich noch besser auf bevorstehende Einsätze vorzubereiten, dabei mehr Sicherheit für Einsatzkräfte bietet und gleichzeitig den Datenschutz gewährleistet, da keine personenbezogenen, sondern nur fahrzeugspezifische Daten abgefragt werden. Dank dieser Daten können die Rettungskräfte Gefahren genau einschätzen und bei Bedarf weitere Feuerwehren aus der Region oder Spezialgeräte anfordern“, so Raggl, der abschließend festhält: „Ich bin selbst seit mehr als 30 Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und darf mich daher beim Gesetzgeber für diese wichtige Unterstützungsmaßnahme bedanken. Bei dieser Gelegenheit darf ich mich aber auch bei Österreichs 350.000 Feuerwehrfrauen und -männern bedanken, die in rund 5000 Feuerwehren 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag bei jeder Witterung für uns alle in rund 370.000 Einsätzen bereit stehen.

 

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